Allgemein

Negatives Screening

Negatives Screening ist eine Anlagestrategie, bei der bestimmte Branchen oder Unternehmen nach ethischen oder ökologischen Kriterien bewusst vom Portfolio ausgeschlossen werden.

Negatives Screening ist einer der ältesten und verbreitetsten Ansätze im nachhaltigen Investieren. Die Logik ist simpel: Wer nicht investiert werden soll, wird von vornherein ausgeschlossen. Typische Ausschlusskategorien sind Rüstung und Waffen, Tabak, Glücksspiel, Kohle und fossile Brennstoffe sowie Pornografie.

Die Ausschlüsse können auf zwei Ebenen greifen:

  • Branchenebene: Ganze Sektoren fallen raus, unabhängig davon, wie einzelne Unternehmen darin abschneiden.
  • Schwellenwertebene: Unternehmen werden ausgeschlossen, sobald ein definierter Anteil ihres Umsatzes aus einem problematischen Bereich stammt, zum Beispiel mehr als fünf Prozent aus Kohlegeschäft.

Negatives Screening ist die Grundlage vieler SRI-Produkte und findet sich auch in zahlreichen ESG-ETFs wieder. Der Unterschied zu SRI liegt im Umfang: SRI kombiniert Ausschlüsse in der Regel mit weiteren Nachhaltigkeitskriterien, während Negatives Screening als isolierter Filter eingesetzt werden kann.

Wichtig zu wissen: Was genau ausgeschlossen wird, ist nicht einheitlich geregelt. Zwei Fonds mit dem Label „nachhaltig" können sehr unterschiedliche Ausschlusslisten haben. Ein Blick ins Factsheet lohnt sich.